Texte

Eröffnungsrede zur Ausstellung von Irène Hänni 11. 11. 2011 Schwyzer Kantonalbank, Goldau

Als Irène Hänni sich für eine Mitgliedschaft bei der SGBK Schweizerischen Gesellschaft Bildender Künstlerinnen, bei deren Aufnahmejurierung ich anwesend war, bewarb, fiel ihre besondere Arbeitsweise den Jurorinnen aus den Museen und der Schule für
Gestaltung Basel auf.


Betrachtet man das Werk von Irène Hänni, so zieht seit ihren frühen Schaffensphasen bis heute ein roter Faden durch ihr Werk. Das Spiel mit der Semiotik. Gleich einer Jongleurin wirft und
mischt sie einerseits die Farben und Formen zu Ziffern und Schriftzeichen und lässt in ihrer eigenen Formensprache neue Gebilde in einer bezaubernden Ästhetik entstehen, voller
gestalterischer Klarheit, aber gleichzeitig als verschlüsselte Botschaften. Andererseits verwischt sie diese auf raffinierte Weise und versteckt das Gesehene hinter einem vorüber ziehenden Vorhang aus Farben und Eindrücken.


Irène Hänni sagt zu ihren Arbeiten “Werden, Entstehungs- und Entwicklungsprozesse, Wandlung und Verwandlung sind die Hauptthemen in meinem Werk. Zeichensprache und Schriften faszinieren, das Zusammenspiel von Farbe und Form interessiert mich“.


Irène Hänni schafft Kompositionen mit digitalen Media und bearbeitet ihr Interesse für Malerei, Musik, Philosophie und östliche Kulturen mit dem Ziel, diesen innovativen Approach mit einfachen Konzepten wie Fotos, Namen und Nummern zu erreichen. Der Computer ist hier für sie das geeignete Arbeitsinstrument. Im Gespräch bezeichnet sie ihre Arbeiten gerne als „künstlerische Forschung“.


Das Ausgangsmaterial bei ihren Blumen- und Blütenbildern, aber auch bei den Streifenbildern, ist die Fotografie. Mit akribischer Genauigkeit und auf unterschiedliche Weise am Computer
überarbeitet und modifiziert, werden diese auf verschiedene Untergründe wie Leinwand, Japanpapier etc. gedruckt. Doch sie geht noch einen Schritt weiter, indem sie die fertig gestellten Drucke mittels Smart-Plats-Lithographie ergänzt. Mit ihrer Computerbearbeitung dekonstruiert sie die Blütenpracht in eine flächige Struktur. Teilweise werden die Werke anschliessend mehrmals mit dem Inkjet-Printer überdruckt und damit erreicht sie verschiedene Ebenen mit verblüffender Wirkung an Bewegung. Eine Bildwelt zwischen Schein und Sein. Und hiermit zieht sie die BetrachterInnen mit ein in ihr Werk, indem sie zu Assoziationen
provozieren die ein oberflächliches Anschauen verhindern. Ihre Bilder sind voll von wahren Geschichten und Zeitdokumenten - machen neugierig.

 

Kann man diese Technik noch einigermassen nachvollziehen, so wird man als Laie auf den ersten Blick wohl kaum ihre magischen Quadrate als Zahlen entschlüsseln. Als BetrachterIn steht man hier wie vor einem Buch mit sieben Siegeln. Ästhetische Formen fesseln unseren Blick und vage steigt die Ahnung auf, dass hier eine konkrete Botschaft dahinter stecken kann. Magische Quadrate sind Glückssymbole, die für jeden Menschen Unterschiedliches bedeuten. Sie hinterlegt die Formen später mit Fotografien und erzeugt in vielen aufwändigen  Arbeitsgängen eine Plastizität mit vielschichtiger Aussage. Hier bedient sie sich gerne aus der Natur und Pflanzenwelt, aber auch aus der Technik. Herleitend von diesem Ausgangsmaterial kristallisiert sie das für sie Brauchbare, zur Steigerung der Form. Ihre magischen Quadrate, sind eine Art mathematische Kalligraphie, die sie anhand eines speziellen Zeichenprogramms erarbeitet. Zur reinen Mathematik des Entstehungsprozesses gehört für sie auch ein Farbsystem, das sie zu einem 60-teiligen Farbkreis kombiniert und in ihrem kreativen
Können zu frei schwebenden Figuren führt.

 

Einem weiteren Zweig der Arbeiten von Irène Hänni begegnete ich an einer Ausstellung, im Raum für Kunst und Literatur in Basel. Es sind ihre Künstlerbücher. Auch hier trifft man wieder auf das sie begleitende Thema, der Semiotik. Ein genaues Hinschauen bei diesen Arbeiten lohnt sich auf jeden Fall.

 

Doch lassen wir die anwesende Künstlerin zu Wort kommen. Wer könnte ihr breites Werk geeigneter interpretieren als sie selbst. Ich bedanke mich für Ihr Zuhören und wünsche Ihnen viel Freude bei der Entdeckung der Geheimnisse in den Bildern von Irène Hänni.

 

Elfi Thoma
SGBK Sektionspräsidentin Basel

 

Sinn stiftendes Chaos

Irène Hänni (geb. 1964) ist einer der lebenden zeitgenössischen Künstlerinnen der Richtung Neue Medien. In ihren neuen Arbeiten finden wir den bekannten Dialog zwischen Kubisten und Expressionisten, der am Anfang des 20. Jahrhunderts stattfand, hier aber dem Betrachter präsentiert durch Umsetzungen mit Verwendung der neuen technischen Mittel.

 

Zum Beispiel in der Arbeit o.T. 2009 (11-teilig siehe Galerie/Neue Werke) verwendet Hänni Inkjet-Prints mit Pigmenttinte auf Canvas (beschichtetes Baumwollgewebe), um die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten des gegebenen Themas darzustellen. In dieser Arbeit wirft sie die Diskussion an bezüglich ideologischem Rahmen, der vom chinesischen Fernsehen vorgegeben wird. Sie erschafft einen Sinn von kontrastierenden Realitäten indem sie Fotografien von TV-Bildern (das sind teils Aufnahmen direkt von chinesischen Filmen oder aber Dokumentarfilmen über China) ihren eigenen Bildkompositionen gegenüberstellt. Der semiologische Dualismus resultiert aus dem Gebrauch von digitalem Kubismus im TV-Bild (Zeichen) und dem digitalen Expressionismus von Hännis Visionen (Bedeutung). Der Hauptaspekt liegt hier in der Initiierung eines multilateralen Dialoges, der den Betrachter, die Themen der Bilder und die Künstlerin einbezieht.

 

Das vorgeschlagene Thema dieses Dialogs betrifft visuelle und akustische Manipulationenen, die am TV-Bildschirm präsent sind. Die Künstlerin reflektiert die gegebenen Bilder und erleichtert so dem Betrachter eine nicht-lineare Perzeption durch die gelieferte Auswahl an Fotografien. Die technische Seite der vorgeschlagenen Arbeit wird durch die Künstlerin selbst als Vielschichtigkeit auf mehreren unterschiedlich bearbeiteten Ebenen beschrieben; die Arbeit besteht aus Fragmenten mehrerer hinter- und ineinander geschichteter, sich auf unterschiedlichen Ebenen zu einem Gesamtbild zusammensetztenden Fotografien sowie mehreren unterschiedlicher Sequenzen eines nur auf einer Ebene befindlichen TV-Screen-Shots. Die Künstlerin schlägt vor, mit der einseitigen Kommunikation der Television zu brechen. Schon 1958 begann Wolf Vostell das Fernsehen als ein künstlerisches Medium zu verwenden und Hänni fährt fort, die weiteren Auswirkungen auf den Betrachter mit den Mitteln des neuen künstlerischen Ausdrucks zu hinterfragen.

 

Hänni arbeitet mit dem digitalen Medium. Sie ist beeinflusst durch die Ideen von Saussure und Levi-Strauss, von den Arbeiten von Matisse, Kandinsky und Pippilotti Rist. Sie erwidert die durch den berühmten Repräsentanten der Neuen Medien Nam June Paik (1932-2006) lancierten Ideen. Hänni nimmt die kompositorische Freiheit, durch Paik entdeckt, auf und kombiniert ihre Interessen für Malerei, Musik, Philosophie und östliche Kulturen mit dem Ziel diesen innovativen Approach mit einfachen Konzepten wie Fotos, Namen und Nummern zu erreichen.

 

Hännis erste Schritte zum vielschichtigen Zugang können beobachtet werden in ihren frühen Arbeiten, den Blumen- und Blütenbildern, ab 2004 (siehe Galerie/früheWerke mit Fotografie). Gemäss Hänni sind Blumen und Blüten „Symbole für Schönheit, für das Leben, aber auch für Vergänglichkeit und Tod“. Seit vielen Jahren fotografiert die Künstlerin Blumen und Blüten. Diese Bilder werden auf dem Computer auf verschiedene Weisen überarbeitet, modifiziert und gedruckt. Die fertiggestellten Drucke ergänzt Hänni mit Lithografien (mittels Smart-Plates). In einigen Fällen wird die Arbeit anschliessend mehrmals mit dem Inkjet-Printer überdruckt. Die resultierende Kombination der verschiedenen Ebenen erzielt eine verblüffende Wirkung von Bewegung und Wachstum.

 

Hännis nächster Schritt in ihrer künstlerischen Forschung betrifft die Verwendung von Texten verfasst durch die westeuropäischen Philosophen. Die ungewöhnliche Sequenz von 11 Arbeiten genannt „Die Zahlen von ‚1‘ bis ‚32‘, 2005 (siehe Galerie/Arbeiten mit Zahlen), erinnert an eine DNA-Struktur in Bewegung. Ein interessantes Experiment findet hier statt. Hänni schlägt uns vor, unsere Aufmerksamkeit den Texten zu schenken, was einen beachtlichen Zeit- und Denkaufwand bedeutet.

 

Nach Hänni können 32 Jahre eines menschlichen Lebens mit all seinen Erfahrungen verfolgt werden beim Betrachten dieser 11 Arbeiten. Der Text wird hier präsentiert als das Resultat einer philosophischen Forschung durch die gewählten Autoren. Zum Beispiel der Text über die Ästhetik von Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist tief begründet in der deutschen philosophischen Tradition. Die Idee von Hegels Synthese ist lebhaft präsent in Hännis Arbeit, weil sie darauf abzielt, das Bild ihres eigenen spirituellen Friedens zu erschaffen. Die Kunst wird heute angesehen als eines der verschiedenen Systeme, die Welt zu erklären und darzustellen. Die Macht der visuellen Medien ist offensichtlich. Die Texte der berühmten Autoren auf diese ungewöhnliche Weise präsentiert, können so in neuem, zeitgenössischem Licht gesehen werden, sind dadurch viel interessanter zu entdecken oder von neuem zu lesen.

 

Das Interesse an diesen Autoren wird in Hännis Arbeiten auf clevere Art und Weise im Betrachter geweckt, weil sie die Diskussion mit dem Betrachter über die Bedeutung als Konzept sucht und auffordert auf ihre Struktur zu achten. Diese Diskussion war zuerst von de Saussure am Anfang des letzten Jahrhunderts eingeführt worden. De Saussure schlug vor, nachzudenken über das Subjekt ‚Zeichen‘ und über Dinge, die es mit ‚Bedeutung‘ füllten. Er hatte seine Aufmerksamkeit fest auf den Text gerichtet und entdeckt, dass der Wert jedes Zeichens festgelegt wird durch Konvention.

 

Die Strukturalisten wurden später durch die Poststrukturalisten wie zum Beispiel Barthes Argument in Frage gestellt. Nach Barthes sollten Zeichen ihre Konventionalität oder ihre Zufälligkeit offenbaren. Zusammen mit Derrida verschiebt Barthes die Betonung von der Intention des Autors zur Erfahrung und zum Kompetenzgrad des Lesers. Auf diese Weise können die Texte und Zahlen in Hännis Reihe von 11 Arbeiten durch den kreativen Leser in komplett neue Texte mit verschiedenartigen Graden je nach Verständnis neu erfunden werden.

 

Bedeutung ist kommunizierbar, also ist sie relativ fest verankert, aber der Leser kann die konzeptionelle Seite des gegebenen Textes befragen, weil die Künstlerin ihm vorschlägt, ihn aus der aktuellen Perspektive zu betrachten. Humanisten wie Rousseau, Kant und andere wurden wahrgenommen als Entwickler einer einzigen ‚theologischen‘ Bedeutung. Mit Ihrem Status als ‚Gott-Autoren‘ waren sie nahezu unangreifbar.

 

Aber mit der Zeit begann die poststrukturalistische Kritik starke Argumente zu entwickeln gegen diese absolute Bedeutung durch die Analyse der populären Humanisten. Der Poststrukturalismus schlug vor, ‚Bedeutung‘ in den multi-dimensionalen Raum zu stellen. Er zeigte dass ‚Bedeutung‘ nur im Raum zwischen dem Leser und dem Text entstehen kann.

 

Hännis Kunstwerke können also gelesen werden als erarbeitete Texte. Lassen Sie uns das Beispiel des berühmten Humanisten des achtzehnten Jahrhunderts, Jean-Jacques Rousseau, anschauen. In seinen Texten behauptet er, dass die Steigerung in Wissenschaft und Kunst Wahrheit und Moral korrumpieren. Rousseau preist die Natur in seinen wichtigsten Schriften und sein Einfluss auf den romantischen Naturalismus des späten achtzehnten Jahrhunderts ist nicht wegzudenken.

 

Aber schauen wir auf den Text durch die sichtbare DNA-Struktur (angenommen durch Hänni in ihren Zahlen von ‚1‘ bis ‚32‘), so wird etwas völlig gegensätzliches zum romantischen Naturalismus offensichtlich. Unsere Gedanken werden auf die wissenschaftliche Forschung an der Natur gelenkt. Das ist eine der möglichen Lesungen, die durch Hännis Kunstwerke vorgeschlagen werden.

 

Es gibt keine direkte Lösung, ihrem künstlerischen Verständnis von unserer visuellen Realität habhaft zu werden. Was ist darin lesbar und was wird wirklich gelesen durch die Beeinflussung der erfahrenen Ideen?. Ihre Antwort ist: beinahe alles und jedes ist beeinflusst durch die vorfabrizierten Ideen, begonnen mit den Vornamen eines Neugeborenen, durch Texte von klassischen Autoren wie durch den TV-Bildschirm. So ist sie immer auf der Suche nach der Interaktivität und den Beziehungen zwischen den verschiedenen visuellen Elementen, zwischen der Inspirationsquelle (Namen, Zahlen und Fotografie) und neuen visuellen Möglichkeiten, wie DNA-Abbilder zum Beispiel.

 

Und hier sehen wir, dass jede künstlerische Arbeit sich mit der Bedeutung und dem konventionellen Wert des Zeichens auseinander setzt. Hännis experimenteller Zugang führt zu den Formen, die durch den natürlichen Prozess entstehen. Hänni versucht, den innersten Kern dieses kreativen Prozesses zu erforschen. Die funktionale Bedeutung der visuellen Formen kommt so ans Licht (‘form follows funktion‘).

 

Die Veränderung in den visuellen Formen erlaubt ein besseres Verständnis dieser funktionalen Bedeutungen. Die Künstlerin schlägt uns vor, wohlbekannte Dinge von einem neuen Standpunkt aus zu betrachten. Hänni zieht es vor, logische Sequenzen von Konzepten zu verwenden, um positive Entwicklungen im Leben zu dokumentieren. Rousseaus demokratische Ideale wurden erarbeitet als Text auf kobaltblauem Hintergrund, um die demokratische Entwicklung aus der Monarchie heraus herzuleiten.

 

Hänni verwendet Zitate von berühmten Philosophen von Descartes bis Habermas. Jeder Arbeit entspricht der Auszug des entsprechenden Philosophen. Zum Beispiel die Zahlen auf dem preussisch-blauen Hintergrund entsprechen Hegels Ästhetik und auf dem grauen Hintergrund entsprechen sie Descartes Meditiones de Prima Philosophia (Meditationen über die Erste Philosophie).

 

In diesem Text hofft Descartes, dass der Leser vertraut wird mit seinen Prinzipien, was Hänni unterstreicht mit der Betonung einer bestimmten Zeitspanne, die abläuft, bis seine Ideen dem Leser klar werden. Und Hänni bezieht auch die Zeit als Komponente in ihre Arbeit ein. Für sie erstreckt sich diese Zeitperiode über 32 Jahre.

 

Nach Eva Heller beeinflussen die Farben unsere Empfindungen und wecken unsere Sinne. Auf diese Weise gebraucht Hänni die Farben mit der Absicht, unsere Aufmerksamkeit auf die wichtigsten Aspekte der verwendeten Textfragmente zu richten, wie auch auf die übergreifende philosophische Botschaft, die durch die verschiedenen Autoren an uns gerichtet wird.

 

Das Magische Quadrat der Zahlen von ‚1‘ bis ‚9‘, 2008 (siehe ebenfalls Gallerie/Werke mit Zahlen) scheint die logische Entwicklung von der Zahlensequenz fortzuführen, denn sie behandeln das philosophische Thema, das Rousseau einst zur Diskussion gestellt hat. Dieses Thema betrifft den Konflikt zwischen Natur und Technik, zwischen dem Vitalen und dem Leblosen. Die künstlerische Motivation hier ist für Hänni, weitere Ideen von magischen Quadraten zu entwickeln, das von Albrecht Dürer in der Renaissance zum ersten Mal in der europäischen Kunst aufgegriffen wurde.

 

Hännis Experimente mit Zahlen und magischen Quadraten deuten auf den analytischen Zugang zu den berühmten philosophischen und künstlerischen Werken des Westeuropäischen Gedankengutes. Sie schlägt uns vor zu beobachten, wie diese Arbeiten teilnehmen an unserer persönlichen Entwicklung in einer bestimmten Zeitperiode. Diese Anmerkung auf die zeitliche Beschränkung wird eingeführt durch die Künstlerin mittels Gebrauchs von farbigen und formalen Komponenten. Diese zeitliche Beschränkung ist jeder Person gegeben durch das Verständnis der wichtigsten erzieherischen Themen.

 

Und die Farben wie auch die formalen Lösungen sind hier verwendet als Topos für einen Dialog mit dem Betrachter. Hännis formale Lösungen tragen zum Sinn für Dimension und Bewegung bei . So erschafft die Künstlerin die farb-form-textliche (Zeichen) Wirkung, um neue visuelle Dimensionen einzuführen.

 

In ihrer Arbeit ‚les enfants du paradis‘,2008 (siehe Galerie/Werke mit Namen) verwendet Hänni die populärsten Vornamen, die Neugeborenen in der Schweiz zukamen. Wieder ist ihre innere Motivation, einen neuen Zugang zu entdecken zu den gegebenen Ideen. Die Künstlerin hat Bilder entwickelt zu den folgenden Vornamen, gedruckt auf Canvas (beschichtetes Baumwollgewebe): Anna, Luca, Lara, Daniele, Leonie, Joël, Julia, Alessandro, Lea, Nico, Emma, Samuel, Julie, Mattia, Sofia, Nathan, Giulia, Leo, Martina, Jan, Jasmin, Simon, Lorena, Tim, Sarah, Jonas, Eva, Thomas, Noah, Laura.

 

Die Künstlerin betont die Wichtigkeit des gegebenen Namens im Leben jedes einzelnen Individuums. Sie sucht nach einem Zeichen, das diesem oder jenem Namen entspricht. Die Wahl des Zeichens ist verwandt mit der Wahl des Namens nach Hänni: Es ist ein bewusster Prozess.

 

Ende der 1960er Jahre erschuf Fluxus neue Bedingungen für die Perzeption und Analyse der Realität. Hännis Arbeit ist der Beachtung wert weil sie diesen Trend der Neuen Medien fortführt, die Realität in all ihren Formen verstehen zu lernen. Hänni verweist auf das neue digitale, räumliche und zeitgerechte Modell, indem sie neue Formen aufzeigt der möglichen Wahrnehmung offensichtlich bekannter Elemente von Realität.

 

Julia Gygax M.A. in Kunstgeschichte, Juli 2010

Durchsicht erzeugt Spannung

Die Bilder heischen nach Aufmerksamkeit. Der Betrachter ist gefangen in den Farben und den Streifen. Es gibt kein oberflächliches Anschauen. Weil in diesen verschiedenen Stücken Leinwand Geschichten stecken, die neugierig machen, die schlichtweg faszinieren. Durch kräftig lebhaftes Rot, gemischt mit schwarzen und gelben Tönen blicken Gesichter. Menschen sind unterwegs. Es ist diese erlebte Durchsicht, die für Spannung sorgt, weil verschiedene Ebenen miteinander verbunden sind. Eine Realität entsteht, Zeitdokumente. Irène Hänni ist Mitglied der Künstlervereinigung des Kantons Schwyz. Sie arbeitet seit 2006 mit der erwähnten Technik. Durch das Überlagern von eigenen Fotografien entstehen verwischte, bewegte und flürchtige Szenen.

 

Ahnungsvolle Tiefe. "Der Publikumsaufmarsch in der "art station" ist höchst erfreulich", erklärt die Zürcher Galeristin, Isabella Lanz am Freitagabend beim Weihnachtsapéro. Neben Irène Hänni zeigt Marlyse Brunner aus Zürich ihre Werke. Die zwei Künstlerinnen harmonieren ideal. Beide schaffen mit Linien, heben hervor und überdecken, um dem Ursprünglichen auf diese Weise eine ahnungsvolle Tiefe zu verleihen.

Anfang Dezember war die Vernissage. Die Ausstellung dauert bis am 23. Januar 2010. Irène Hänni bezeichnet diese Phase als riesige Chance. "Es ist das Beste, was mir passieren konnte." Sie steht vor ihrem zwölfteiligen Bild, einem Inkjetprint mit Pigmenttinte auf Leinwand. Die Streifenabzüge sind Nahaufnahmen vom Fernseher. Diese stellt sie den bunten Erlebniswelten als Mahnmal gegenüber.

Mit der Technik der Durchsicht deutet sie darauf hin, dass viele Begebenheiten mit verschiedenen Augen betrachtet und somit unterschiedlich verstanden werden. "Ich will aufzeigen, wie es dank der Mehrdeutigkeit an Objektivität mangel", erklärt die Künstlerin ihren Gedankengang beim Entwickeln der Werke. Semiotik ist das verbindende Glied bei Hännis Arbeiten. Semiotik, das Wesen, die Entstehung und der Gebrauch von Zeichen. Mit ihrer Ausstellung bei "art station" hat die Goldauer Künstlerin in Zürich ein Zeichen gesetzt.

 

Anita Chiani

 

erschienen am 21.12.2009 in der Neuen Schwyzer Zeitung und im Boten der Urschweiz; am 24.12.2009 in der Rigi Post.


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So

08

Jan

2012

http://www.irene-haenni.ch/english-news/gallery/impressions-from-exhibitions/

Attention: Above in the title and below you find the correct link to photographs from my shows. Have a good time in looking at them!

Kind regards

Irene Haenni

http://www.irene-haenni.ch/english-news/gallery/impressions-from-exhibitions/

http://www.irene-haenni.ch/english-news/gallery/impressions-from-exhibitions/
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So

08

Jan

2012

http://www.irene-haenni.ch/deutsch-aktuell/galerie/ausstellungsansichten/

Achtung: Im Titel und unten der korrekte Link zu den Fotos meiner Ausstellungen. Viel Spass beim Stöbern!

Freundlich grüsst

Irène Hänni

http://www.irene-haenni.ch/deutsch-aktuell/galerie/ausstellungsansichten/

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